7 Tipps

1. Wann sollte ich Kontakt zu einer Hebamme aufnehmen?

Der Schwangerschaftstest ist positiv und Ihr Arzt hat Ihnen die Schwangerschaft bestätigt. Unsere Empfehlung: “Nehmen Sie bereits jetzt Kontakt zu einer Hebamme auf.” Die richtige Hebamme finden Sie vielleicht durch eine Empfehlung Ihres Arztes oder durch Erfahrungen aus Ihrem Bekanntenkreis? Die Hebamme kann schon in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielen. Sie kann Sie aber nur richtig unterstützen, wenn sie sich zuvor ein genaues Bild über Ihren Gesundheitszustand und Ihre Erwartungen über Schwangerschaft und Geburt gemacht hat.

2. Wie finde ich die “richtige” Hebamme?

Eine schwierige Frage. Letztendlich sollten Sie nach einem Erstkontakt folgende Fragen mit “ja” beantworten können:

1. Macht die Hebamme auf mich einen sympathischen Eindruck?
2. Entspricht das Angebot und die Philosophie der Hebamme meinen Wünschen und Erwartungen?                                                                                                                     3. Konnte die Hebamme meine Fragen kompetent beantworten?

Legen Sie Wert auf ein Vorgespräch. Schließlich wird die Hebamme Sie über mehrere Monate begleiten.

3. Was kann ich gegen Schwangerschaftsübelkeit tun?

Schwangerschaftsübelkeit wird durch die körperlichen Veränderungen (z.B. hormonelle Veränderungen, empfindlicherer Geruchssinn oder Stress) verursacht. Grundsätzlich ist diese weder für das Kind noch für die Schwangere schädlich, sofern Sie weiterhin genug trinken und essen. Wenn Sie feststellen, dass Sie gar keine Nahrung bei sich behalten, sollten Sie Ihre Hebamme oder Ihren Arzt ansprechen.

  • Essen Sie vor dem Aufstehen etwas Einfaches und Trockenes (zB Knäckebrot, Kekse)
  • Am Tag wenig aber öfters essen (zB Kekse, Joghurt)
  • Kombinieren Sie Nahrungsmittel mit hohem Eiweiß- und Kohlehydratgehalt (zB Brot mit Ei)
  • Trinken Sie viel Flüssigkeit (Wasser, Tee usw)
  • Entspannen Sie sich, vermeiden Sie Stress

4. Wie kann ich Rückenschmerzen vorbeugen?

  • Achten Sie auf Ihre Haltung. Versuchen Sie aufrecht zu stehen und dabei Ihre Knie nicht zu “überstrecken”. Diese sollten leicht federnd gebeugt sein. Im Sitzen sollten Sie ebenso auf eine gerade Sitzhaltung achten und den Rücken mit einem Polster stützen. Ein Kissen unter dem Steißbein kann ebenfalls gut tun.
  • Beim Schlafen legen Sie sich auf eine Seite und legen Sie ein Kissen zwischen die Knie, damit Sie in der richtigen Position verbleiben.
  • Beim Gehen sollten Sie unbedingt auf bequeme Schuhe Wert legen. Ob es flache Schuhe oder solche mit einem kleinen Absatz sind entscheiden Sie.
  • Bewegen Sie sich. Schwimmen, Wandern oder Yoga sind sanfte Sportarten, die Sie während der Schwangerschaft betreiben können.
  • Vermeiden Sie das Heben schwerer Gegenstände. Wenn Sie trotzdem etwas heben müssen, achten Sie darauf, dass Sie die Knie und nicht den Rücken beugen müssen.

5.  Schmierblutung, Blutung oder Ausfluss während der Schwangerschaft - was ist zu tun?

In der frühen Schwangerschaft können Blutungen oder Schmierblutungen auftreten.

Schmierblutungen sind leichte Blutungen aus der Vagina, die ähnlich sind wie die Periode, nur leichter. Die Farbe variiert von rot bis braun. Leichte Blutungen oder Schmierblutungen während der Schwangerschaft – insbesondere während der ersten drei Monate – kommen ziemlich häufig vor. Manche Frauen haben die ganze Schwangerschaft hindurch leichte Blutungen. Das muss nicht bedeuten, dass Ihre Schwangerschaft in Gefahr ist. Trotzdem sollten Sie sofort Ihre Hebamme oder Ihren Arzt kontaktieren. Möglicherweise ist eine Untersuchung ratsam, um Risiken auszuschließen.

Schmierblutungen können z.B. nach dem Geschlechtsverkehr oder einer Unterleibsuntersuchung auftreten. Ebenso kann eine Infektion die Ursache hierfür sein.

In einigen Fällen kann eine Blutung aber auch ein Anzeichen für eine Fehlgeburt sein. Diese tritt meistens in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft auf.

Falls Sie während der Schwangerschaft einen stärkeren Ausfluss bemerken, ist das meist völlig normal. Der Ausfluss ist dünn, weiß und nicht schleimhautreizend. Je näher der Geburtstermin rückt, desto stärker kann der Ausfluss werden.

Manchmal kann der Ausfluss aber auch ein Anzeichen für eine Infektion sein, besonders dann, wenn gleichzeitig ein juckendes Gefühl auftritt. Der Ausfluss dürfte dann eher dick, gelblich oder grün sein und unangenehm riechen. Melden Sie sich dann bitte bei Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt. Dort wird man Ihnen helfen!

6. Wann spüre ich die Bewegungen des Babys?

Wenn Sie die ersten Bewegungen des Babys spüren, ist das ein sehr aufregender Moment. Ein gutes Zeichen, dass Ihr Baby gesund heranwächst. Alle Schwangerschaften sind unterschiedlich, so dass eine genaue Zeitangabe, ab wann Sie Kindsbewegungen spüren sollten, nicht möglich ist. Die folgenden Zeiten sind daher nur ungefähre Angaben und können variieren.

  • 24. – 28. Woche: Sie fühlen z.B. wenn Ihr Baby Schluckauf hat und haben manchmal den Eindruck, dass Ihr Baby auf Geräusche von außen reagiert.
  • Um die 29. Woche: In der Gebärmutter wird es enger, das Baby kann jetzt nur noch kleinere Bewegungen machen, die sich möglicherweise stärker anfühlen.
  • Um die 32. Woche: Das Baby wird noch aktiver bevor es sich etwa in der 36. Woche in seine endgültige Position begibt. Da der Raum noch enger wird und das Baby schon stärker ist, können die Bewegungen jetzt für Sie ungemütlicher werden.
  • 36. – 40. Woche: Gegen Ende der Schwangerschaft spüren Sie wieder weniger Bewegungen. Dies ist ganz normal.

7. Wie finde ich mich zu Hause mit dem Neugeborenen zurecht?

Am Anfang ist es wichtig, alles nur so gut zu machen, wie es eben geht. Niemand sollte in der neuen Situation erwarten, dass gleich alles perfekt läuft! Das erzeugt nur Stress. Sie und Ihr Baby brauchen aber jetzt Ruhe und Ausgeglichenheit.

Neugeborene haben ihren eigenen Rhythmus. Versuchen Sie, diesen zu erkennen. Wann will es schlafen, wann will es essen? Versuchen Sie dem Neugeborenen den Unterschied zwischen Tag und Nacht klar zu machen, indem Sie das Füttern und die Interaktion je nach Tageszeit unterschiedlich gestalten. Täglich gleiche Abläufe geben Ihrem Baby ein Gefühl der Sicherheit und erleichtern auch Ihnen Ihre Tagesplanung. Gönnen Sie sich Ruhepausen. Als Mutter werden Sie selbst instinktiv das Richtige tun. Verlassen Sie sich auch auf Ihr Gefühl. Sie werden die Bedürfnisse Ihres Babys kennen lernen und es zur richtigen Zeit füttern, die Windeln wechseln und mit ihm kuscheln.

Beobachten Sie, wie sich die Schlaf- und Essgewohnheiten Ihres Babys einpendeln. Möglicherweise wacht es zu früh auf, weil es Hunger hat oder wird nicht genug essen, weil es müde ist. Versuchen Sie dann, Ihren Rhythmus etwas zu ändern und achten Sie darauf, dass Ihr Baby regelmäßig ausreichend Nahrung bekommt. Es wird dann ganz zufrieden sein und fest schlafen anstatt nur zu dösen. Und wenn es aufwacht, wird es ausgeschlafen sein und die Welt wieder neu erkunden.

Und nun noch ein paar ganz praktische Tipps, die Ihnen den Alltag erleichtern können:

  • Bereiten Sie das Windeln wechseln vor, d.h. legen Sie sich davor alles bereit, um nicht den Wickeltisch zu verlassen, wenn das Baby darauf liegt. Vorsicht! Auch ein Baby kann ab einem gewissen Alter plötzlich eine Bewegung machen und vom Wickeltisch fallen. Vermeiden Sie solche Situationen.
  • Das Gleiche gilt für das Baden. Legen Sie sich alles in der Reihenfolge und in Reichweite zurecht, was Sie hierfür brauchen. Erst dann beginnen Sie mit dem Baden. Das sorgt für Sicherheit und sie sorgen dafür, dass dem Baby nach dem Baden nicht kalt wird.
  • Auch das Stillen sollte vorbereitet sein. Suchen Sie sich einen bequemen Platz (Sessel oder Sofa), holen Sie sich ein Glas Wasser und legen Sie ein Tuch für das anschließende Bäuerchen bereit. So können Sie entspannt stillen.

Für alle weitere Fragen zur Schwangerschaft, Geburt und Wochenbettbetreuung stehen wir Ihnen gerne persönlich zur Verfügung.